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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 1.014 mal aufgerufen
 Der Buddhismus
Bonobo Offline

Admin


Beiträge: 902

02.11.2007 14:20
Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Grundlagen des Buddhismus

Buddha sah sich weder als Gott noch als Überbringer der Lehre eines Gottes. Er stellte klar, dass er die Lehre, Dhamma (Pali) bzw. Dharma (Sanskrit), nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhalten, sondern vielmehr durch eigene meditative Schau (Kontemplation) ein Verständnis der Natur des eigenen Geistes und der Natur aller Dinge erkannt habe. Diese Erkenntnis sei jedem zugänglich, wenn er seiner Lehre und Methodik folge. Dabei sei die von ihm aufgezeigte Lehre nicht dogmatisch zu befolgen. Im Gegenteil warnte er vor blinder Autoritätsgläubigkeit und hob die Selbstverantwortung des Menschen hervor. Er verwies auch auf die Vergeblichkeit von Bemühungen, die Welt mit Hilfe von Begriffen und Sprache zu erfassen, und mahnte eine Skepsis gegenüber dem geschriebenen Wort oder feststehenden Lehren an, die in anderen Religionen in dieser Radikalität kaum anzutreffen ist.


Mich würde interessieren, inwieweit ihr euch schon tiefgehender mit dem Buddhismus beschäftigt habt und was ihn für Euch attraktiv macht.

Sicher gibt es auch den einen oder anderen Kritikpunkt, oder?

Was unterscheidet jetzt den Buddhismus tatsächlich vom ursprünglichen Christentum und den Lehren Moses und Mohammed?

Was genau wisst ihr über den Buddhismus und über seine Entstehung?

Kennt ihr persönlich Buddhisten und wenn ja, wie leben diese Menschen?

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten.

Liebe Grüße

Bonobo

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NUR WEIL SIE VON DER MEHRHEIT GEGLAUBT,
ODER AUCH NICHT GEGLAUBT WIRD !

Giordano Bruno 1548 - 1600

GreenTara Offline




Beiträge: 109

02.11.2007 22:01
#2 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten
Hi Bonobo

Zitat von Bonobo
Mich würde interessieren, inwieweit ihr euch schon tiefgehender mit dem Buddhismus beschäftigt habt und was ihn für Euch attraktiv macht.


Was ihn für mich attraktiv macht/machte? Das: Glaube nichts, prüfe alles. Und das Gefühl beim ersten Betreten einer Gompa, angekommen zu sein. Das Lebendige, das ich im Tibetischen Buddhismus kennenlernte - da ist nichts knöchern oder versteinert. Die Menschen, die in vergleichbaren "Rängen" stehen wie Kardinäle, kratzen sich, schnauben laut, kichern, machen Witze...

In Antwort auf:
Sicher gibt es auch den einen oder anderen Kritikpunkt, oder?


Deutsche Schüler, die meinen, sie müssten "Kirche" spielen.

In Antwort auf:
Kennt ihr persönlich Buddhisten und wenn ja, wie leben diese Menschen?


Das ist ganz unterschiedlich. Die meisten leben nicht großartig anders als andere. Manche krempeln ihr Leben um, geben die bisherigen Sicherheiten auf, um etwa in Retreats zu gehen. Wieder andere leben in Zentren, arbeiten aber wie jeder andere auch. Manche sind eine Weile auf ulkigen "Trips", aber das scheint dazu zu gehören, die Landung kommt ganz von allein. Ich selbst habe lange Jahre versucht, Ideale zu leben, die meiner Ansicht nach dem Buddhismus "gerecht" werden - das ging schön in die Hose. Seitdem ich nicht mehr "versuche", sondern wirklich lebe, scheine ich dem anfänglichen Ziel - Befreiung vom Leiden - ein Stück näher gekommen zu sein.

Allerdings bin ich eine lausige Buddhistin - ich meditiere schon seit einiger Zeit nicht mehr. Statt dessen versuche ich, aufmerksam zu sein und mich auf das einzulassen, was ist.

Mehr fällt mir erst einmal nicht ein.

Liebe Grüße
Rita



Et libera nos Offline




Beiträge: 655

04.11.2007 16:10
#3 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Zitat von Bonobo
Bonobo


Du stellst Fragen über den Buddhismus und signierst mit einem Fakir bzw. einem Sikh-smiley?


Spaß beiseite, persönlich betrachte ich Teile des Buddhismus als eine auch für heutige Verhältnisse äußerst fortschrittliche Kongnitionstheorie (er veranlasst zu Fragen über die tatsächliche Natur des Wahrgenommenen/Gefühlten/Gedachten), gepaart mit subtilen psychologischen Erkenntnissen, wie z.B. über Leidvermeidung/Lustgewinn, Machtimpuls etc.
Treibt man ihn zur äußersten Konsequenz, wird selbst das als "göttlich" Angenommene relativiert.
Und er stellt das Individuum in den Mittelpunkt, nicht die "Horde" (egal ob Sippe, Gruppe, Kirche, Volk etc.).

In meinen Augen ist der wirkliche Buddhismus auch keine Religion im herkömmlichen Sinn.


Ein persönlicher Kritikpunkt ist der aus dem Hinduismus übernommene Nihilismus der Existenz gegenüber (die als Leid betrachtet wird), wodurch das höchste Ziel ist, nicht wiedergeboren zu werden.

Diese Haltung birgt in sich die Gefahr, dass "ethisches" Handeln aus einem im Grunde egoistischen Antrieb heraus entsteht.
Das gilt aber genauso für Christen die "lieben", um "Gott" zu gefallen.

Ramar Offline

Gast*

Beiträge: 3

05.11.2007 02:05
#4 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Der Buddhismus, das denke ich auch, ist keine Religion im üblichen Sinne.
Mich fasziniert insbesondere die individuelle Freiheit und Gewaltlosigkeit im Gegensatz zu den Religionen- jeder kann SEINEN Weg gehen ohne Dogmen!
Die Gefahr aufgrund des höchsten Zieles, einer Bewußtseinsentwicklung bis zum nicht mehr reinkarnieren (müssen), zuviel egoistischen Antrieb zu entwickeln sehe ich nicht. Mit der Bewußtseinsentwicklung verändert sich auch das Ego, die Weltsicht und die Sicht seiner selbst.

L.G. (hallo Et libera nos)

Ramar


Bonobo Offline

Admin


Beiträge: 902

05.11.2007 02:16
#5 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Zitat von Ramar
Der Buddhismus, das denke ich auch, ist keine Religion im üblichen Sinne.
Mich fasziniert insbesondere die individuelle Freiheit und Gewaltlosigkeit im Gegensatz zu den Religionen- jeder kann SEINEN Weg gehen ohne Dogmen!
Die Gefahr aufgrund des höchsten Zieles, einer Bewußtseinsentwicklung bis zum nicht mehr reinkarnieren (müssen), zuviel egoistischen Antrieb zu entwickeln sehe ich nicht. Mit der Bewußtseinsentwicklung verändert sich auch das Ego, die Weltsicht und die Sicht seiner selbst.

L.G. (hallo Et libera nos)

Ramar


Hallo Ramar

Herzlich Willkommen.

Wer sieht denn diese Gefahr?

Ein Ausbrechen aus dem Kreislauf geht ja nur indem man vorbildlich lebt, also sich an die Gebote hält, oder?

Liebe Grüße

Bonobo

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Giordano Bruno 1548 - 1600

Sam Adhi Offline




Beiträge: 126

05.11.2007 21:46
#6 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Also irgendwo muss ich wiedersprechen.
Der Buddhismus ist durchaus eine Religion, vielleicht viel mehr als es Judentum, Christentum, Islam je sein könnten.
Re-ligion bedeutet ja "Zurück zur Quelle", Wiederverbindung etc.

Was diesen Punkt betrifft sehe ich im Buddhismus weitaus mehr an Religion als im Christentum.

Mal davon abgesehen ist wohl der grundlegendste Unterschied zwischen dem Buddhismus und den meisten anderen Religionen, dass er keinen expliziten Gott kennt.

Ramar Offline

Gast*

Beiträge: 3

06.11.2007 13:01
#7 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Gebote, in jenem Sinne, wie wir diese etwa aus dem Katholizismus oder Islam kennen gibt es eigentlich im Buddhismus gar nicht, eher Anweisungen wie man sich entwickeln kann.
Die Gefahr aufgrund des höchsten Zieles, einer Bewußtseinsentwicklung bis zum nicht mehr reinkarnieren (müssen), zuviel egoistischen Antrieb zu entwickeln hat Et libera nos zur Diskussion gebracht, wenn das die Frage war.
Aber selbst, wenn sehr viel Antrieb entwickelt wird, heißt das für mich nicht, das Ego zu sehr zu stärken.
Das paßt nicht wirklich zum Weg, wenn denn dieser gegangen wird.

L.G.

Ramar

Ramar Offline

Gast*

Beiträge: 3

06.11.2007 13:16
#8 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Sam Adhi, Deine Definition von Religion halte ich für zu einseitig, zu einfach. (http://wissen.de/wde/generator/wissen/re...ge=1224020.html)

Für mich ist der Buddhismus nicht nur die glaubwürdigste Variante, gerade auch da explizit kein Gott vorgegeben wird, ich würde ihn aber eher nicht unter Religionen, sondern als Lebensphilosophie einordnen. Religion hat für mich den Beigeschmack von , meist haarsträubenden, Dogmen und die hat der Buddhismus nicht. Religionen sind auch durchaus gewalttätig, das ist der Buddhismus auch nicht.
Bezeichne ich aus meiner Sicht den Buddhismus als Religion, werde ich dieser hochstehenden Philosophie nicht gerecht.


L.G.

Ramar

Bonobo Offline

Admin


Beiträge: 902

06.11.2007 14:23
#9 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Zitat von Ramar
Sam Adhi, Deine Definition von Religion halte ich für zu einseitig, zu einfach. (http://wissen.de/wde/generator/wissen/re...ge=1224020.html)

Für mich ist der Buddhismus nicht nur die glaubwürdigste Variante, gerade auch da explizit kein Gott vorgegeben wird, ich würde ihn aber eher nicht unter Religionen, sondern als Lebensphilosophie einordnen. Religion hat für mich den Beigeschmack von , meist haarsträubenden, Dogmen und die hat der Buddhismus nicht. Religionen sind auch durchaus gewalttätig, das ist der Buddhismus auch nicht.
Bezeichne ich aus meiner Sicht den Buddhismus als Religion, werde ich dieser hochstehenden Philosophie nicht gerecht.


L.G.

Ramar


Wie wäre es mit Glaubensrichtung?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Religion und Kirche?

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NUR WEIL SIE VON DER MEHRHEIT GEGLAUBT,
ODER AUCH NICHT GEGLAUBT WIRD !

Giordano Bruno 1548 - 1600

Sam Adhi Offline




Beiträge: 126

07.11.2007 22:05
#10 RE: Was unterscheidet den Buddhismus von den übrigen Religionen? Zitat · antworten

Zitat von Ramar
Sam Adhi, Deine Definition von Religion halte ich für zu einseitig, zu einfach. (http://wissen.de/wde/generator/wissen/re...ge=1224020.html)
Für mich ist der Buddhismus nicht nur die glaubwürdigste Variante, gerade auch da explizit kein Gott vorgegeben wird, ich würde ihn aber eher nicht unter Religionen, sondern als Lebensphilosophie einordnen. Religion hat für mich den Beigeschmack von , meist haarsträubenden, Dogmen und die hat der Buddhismus nicht. Religionen sind auch durchaus gewalttätig, das ist der Buddhismus auch nicht.
Bezeichne ich aus meiner Sicht den Buddhismus als Religion, werde ich dieser hochstehenden Philosophie nicht gerecht.
L.G.
Ramar


Tja, da kann man mal sehen wie verschieden Blickwinkel sein können.
Meine Religionsdefinition war natürlich sehr einfach gehalten, das stimmt.

Also, ich muss dir insbesondere insoweit Recht geben, dass der Begriff "Religion" im normalen Sprachgebrauch ein breites Feld an Möglichkeiten zulässt, wo der Buddhismus schon eher die Ausnahme als die Regel bildet.

Allerdings ist mir der Begriff "Philosophie" in dem Kontext auch zuwider, da Philosophie oftmals reine Gedankengebäude sind, also der Versuch der Wahrheit aufgrund logischer Schlussfolgerungen näher zu kommen.
Der Buddhismus hingegen ist wesentlich lebendiger, existentieller, und orientiert sich mehr an der (spirituellen) Erfahrung des Einzelnen.
Dies wiederum ist auch meine Definition des Wortes "Religion".

Ich schere mich hier wenig um die gängigen Definitionen, da sie meist von Menschen konstruiert wurden, die von wahrer Religiösität nichts verstehen.
Es gibt unter dem was als Religion bezeichnet wird auch immer zwei Aspekte oder Ebenen, die Innere und die Äußere. Das ganze Brimborium in Form ritueller Handlungen, dogmatischer Regeln etc. hat mich nie interessiert....der Weg der Erkenntnis und Selbstfindung hingegen schon, wobei dies eher unter den Oberbegriff "Mystik" oder "Spiritualität" fällt.

Mit dem Begriff "Gott" ist es auch so ne Sache. Z.B. definiert ein Pantheist oder Panentheist Gott auf eine ganz andere Art und Weise als der Christ oder Jude.
Es ist letzlich sehr problematisch, wenn nicht unmöglich, mithilfe von Worten einen Konsens zu finden.

Zitat von Bonobo
Wie wäre es mit Glaubensrichtung?
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Religion und Kirche?

Entschuldige, aber allein die Frage löst bei mir einen Würgereiz aus. Die Kirche ist ein Haufen von Heuchlern, die es in knapp 2 Jahrtausenden nicht geschafft haben Gott zu erkennen, aber weiterhin behaupten in seinem Namen zu predigen.

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